- Marine Services ist einer von derzeitig drei prioritären Diensten im europäischen Umwelt- und Sicherheitsüberwachungsprojekt (GMES), die in den operationellen Betrieb gehen sollen und derzeit auf europäischer Ebene vorbereitet werden. DeMarine ist neben DeCover und DeSecure eines von drei nationalen GMES-Schnittstellenprojekten, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durch die DLR Raumfahrt-Agentur gefördert werden. Diese Projekte sollen die Schnittstellen zwischen den ersten auf europäischer Ebene entwickelten GMES-Diensten und den deutschen Nutzern schaffen.
- Die nationalen DeMarine-Projekte haben eine Laufzeit von drei Jahren und sollen den deutschen Beitrag in den Bereichen marine Umwelt (DeMarine-Umwelt) und maritime Sicherheit (DeMarine-Sicherheit) stärken und den Aufbau von Datendiensten in Deutschland unterstützen. Um solche Dienste entwickeln zu können, sind die Anforderungen und die Informationsbedarfe der deutschen Nutzer von großer Bedeutung.
- Die EU verfügt über eine Küstenlänge von ca. 68.000 km. 90 % des globalen Handels und 40 % des innereuropäischen Handels werden in über 1000 europäischen Seehäfen durch die Schifffahrt abgewickelt. Mehr als 350 Mio. Passagiere passieren jährlich europäische Häfen, 12,5 Mio. sind es allein in Deutschland. Dies ist der Kontext, vor dem die Belange von Sicherheit in Europa sichergestellt werden und zu dem DeMarine-Sicherheit einen Beitrag leisten soll.
- Bereits in der RADARSAT-Szene aus dem Jahr 1999 (oben) dokumentieren die zahlreichen weißen Flecken die starke wirtschaftliche Aktivität auf der Nordsee.
- Gegenstand des Verbundprojektes DeMarine-Sicherheit ist die Entwicklung von satellitengestützten Verfahren bzw. exemplarischen Demonstrationsprodukten zur Verbesserung der Überwachung der maritimen Umwelt und zur Verbesserung der Sicherheit der Seeschifffahrt.
- Die Unterscheidung von Safety und Security (beides auf Deutsch „Sicherheit“) soll für den maritimen Kontext kurz beschrieben werden. Safety bezeichnet Maßnahmen gegen höhere Gewalt technischer oder natürlicher Art, während Security Maßnahmen gegen menschliche Absicht zur Manipulation oder Zerstörung z.B. aus terroristischen Motiven beschreibt.
Aufbau des Projekts DeMarine-Sicherheit
- Das Projekt ist unterteilt in zwei administrative Teilprojekte und in drei fachlich-inhaltliche Teilprojekte, die sowohl Sicherheitsszenarien im Bereich Maritime Safety (Schutz vor kritischen Seezuständen, insbesondere vor parameterischem Rollen) als auch im Bereich Maritime Security (Schutz vor Geiselnahmen oder absichtlich herbei geführten Schiffskollisionen) angesiedelt sind:
Nutzerbüro und Fachkoordination
- Das Nutzerbüro und die Fachkoordination sind die zentralen Kontaktstellen der deutschen Nutzergemeinschaft. Allen Interessenten wird hier die Möglichkeit gegeben, sich über mögliche GMES-Dienste zu informieren und – sobald diese verfügbar sind – auch einen Zugang zu Datendiensten zu erhalten.
- In Versicherungskreisen wird davon ausgegangen, dass Containerschiffe durch schwere See jährlich zwischen 2.000 und 10.000 Container verlieren.. Mit Hilfe wetterunabhängiger Radarsatelliten sollen die Vorhersagemodelle für kritische Seezustände verbessert werden.
Detektion von Schiffen - Demonstrationsvorhaben zur Assimilation von Fernerkundungs- und AIS-Daten
- Die Darstellung der tatsächlichen Lage im Beobachtungsgebiet ist – basierend auf AIS-Daten - lückenhaft. Hierdurch können verschiedene Interessen von Küstenstaaten im Bereich der allgemeinen Sicherheit und z.B. der Fischereiaufsicht unterlaufen werden. Außerdem sind küstenstaatliche Belange in Bezug auf Immigration, Piraterie, Terror etc. betroffen. Um die Defizite bei der Erkennung von Schiffen zu beheben, sollen verschiedene Methoden der Fernerkundung sondiert und in ihrem bestehenden und zukünftigen Potenzial zur Ergänzung der AIS-Daten analysiert werden. Die Möglichkeiten eines satellitengestützten AIS sind hierbei zu berücksichtigen.
Detektion künstlicher Objekte - Demonstrationsvorhaben auf der Grundlage von Erdbeobachtungsdaten
- Neben der Erkennung von Schiffen zur Überwachung des Schiffsverkehrs kann auch die Erkennung sonstiger Objekte (Container, Windkraftanalgen, Ölplattformen, Wracks) zur Verkehrssicherheit im Sinne maritimer Sicherheit beitragen. Dies gilt insbesondere für die Bereiche in denen die üblichen Überwachungsmittel (z.B. Küstenradar) keine Informationen liefern.